Lernbaum

Poster mit Informationen

2006, Plakat DIN A3 farbig, 4 Seiten
Informationen Format Din A4, in Hülle

Autor: Silke Schönrade
ISBN: 978-3-938187-27-2
Bestell-Nr.: 9380

Preis: 12,80 Euro / 20,70 CHF Bestellen

Der Lernbaum ist auch in den Sprachen Französisch, Türkisch, Russisch, Arabisch und Portugiesisch erhältlich.
Lernbaum

Beschreibung

Erläuterungen für den Leser / Betrachter zum besseren Verständnis des "LERNBAUMS", dessen Konstrukt auf einer pädagogisch-therapeutisch orientierten Sichtweise beruht.

Der Nährboden ist das Fundament dafür, Primärerfahrungen als Säugling bzw. Kleinkind zu machen. Die Familie oder die Bezugspersonen geben dem Kind Geborgenheit, Liebe, emotionale Bindung, in Abhängigkeit von kulturellen und/oder gesellschaftlichen Bedingungen. Integriert in diese Aspekte ist das Vorbildverhalten der Erwachsenen. Dabei bildet die Kommunikation einen wesentlichen Beitrag zur Sprachentwicklung. Ein liebevoller und zärtlicher Umgang, der über eine Grundversorgung hinaus geht und taktile Stimulis über Streicheln, in den Arm nehmen, liebkosen etc. integriert, geben dem Kind Vertrauen und Wärme. Hier wird eine elementare Basis für die Kindheit gelegt, die das gesamte Leben des Menschen prägt. Emotionen, sowohl erlebte als auch ausgelebte, sind Ausgangspunkte für die eigene psycho-emotionale Entwicklung.

Die Wurzeln werden aus dem "Nährboden" gespeist und sind Voraussetzung für eine entwicklungsgemäße Basiskompetenz. Die Entwicklung der Nahsinne (nach Jean Ayres, 1984) Gleichgewicht, Tiefensensibilität, Fühlen/Tasten sowie der Fernsinne Hören, Sehen, Schmecken, Riechen sind Grundsteine auf dem Weg des kindlichen Entwicklungsprozesses.

Der Übergang zum Stamm, in dem die "Sensorische Integration" die unterschiedlichen Wahrnehmungsreize zu einem sinnhaften Handlungsplan verknüpft, eröffnet dem Kind wesentliche Faktoren, die über die Familie, den Kindergarten, andere Bezugspersonen oder Institutionen erfahren werden. Die Möglichkeiten zum Spielen und Bewegen, die Voraussetzungen, das Neugierverhalten des Kindes zu unterstützen und anzuregen, wird nicht nur über die Vorbildfunktion, sondern vielmehr auch durch das eigene Erleben erfahren. Dass diese Faktoren bereits im "Nährboden" vorhanden sein sollten, ist selbstverständlich, doch tragen sie in dem o.g. Entwicklungsabschnitt entscheidend zur Vernetzung von der Basis bis zur Differenzierung bei.

Unter der Sensorischen Integration versteht man die Fähigkeit, die gewonnenen Erfahrungen und die Entwicklungsstufen so zu verarbeiten, dass daraus ein sinnvoller Handlungsplan entsteht, der dem Kind ein adäquates Handeln mit sich und der Umwelt ermöglicht. Es finden sensomotorische, psycho-emotionale, soziale und Reizverarbeitungsprozesse statt, die einen wesentlichen Beitrag zu den Voraussetzungen zum Erwerb der Kulturtechniken leisten.

Der Baumkrone übergeordnet ist das Lernen mit den Kulturtechniken Lesen, Schreiben, Rechnen, Medienkompetenz. Hier findet sich die Summe aller Entwicklungsgrundlagen wieder, die das Kind bis zum Schuleintritt erworben hat. Günstige bzw. ungünstige äußere Einflüsse (z.B. Trennung der Eltern, Verlust einer engen Bezugsperson, Wohnortwechsel, Krankheit) können allerdings auch in dieser Phase vorübergehende Entwicklungsrückschritte oder -verzögerungen herbeiführen. Allerdings bilden die einmal erworbenen Erfahrungen und Basiskompetenzen eine elementare Grundlage, auf die das Kind in nahezu jeder Situation zurück greifen kann.

Die Sonne, das Licht, ist für das Wachstum unersetzlich. Von ihr geht die Wärme und die Energie für ein ganzes Leben aus.

Wolken produzieren Regen und bilden die Grundlage für eine gleichbleibende Versorgung beim Wachstum, die ein gesundes Gedeihen unterstützt. Abenteuer erleben, Freunde haben sowie eine gesunde Ernährung, sind einige Aspekte, die dabei eine wichtige Rolle spielen.

Raum und Zeit sind zwei tragende Säulen, auf denen sich Wachstum und Entwicklung aufbaut, bis an das Lebensende. Der Lebens-Raum ist im engsten und weitesten Sinne eine Basis für Fragen wie beispielsweise "Wo lebe ich?", "In welchen Räumen wachse ich auf?", "Wie ist der Raum gestaltet?". Die Zeit, die maßgeblich daran beteiligt ist, wie viel das Kind davon zur individuellen Entwicklung bereit gestellt bekommt und wie die Personen im engeren Bezugsfeld damit umgehen, bildet den Rahmen für Forderungen wie beispielsweise "Zeit zum Spielen", "Zeit zum Aufwachsen", "Zeit zum Lernen", "Zeit zum Schlafen", "Zeit zum Langeweile-haben" etc.

Über allem steht die Bildung. "Bildung kann nicht vermittelt werden, man kann sich nur selbst bilden. Unter Bildung versteht man keine Wissensvermittlung, sondern einen Prozess, in dem Handeln, Empfinden, Fühlen, Denken, Werte, sozialer Austausch, subjektiver und objektiver Sinn miteinander in Einklang gebracht werden." ( Schäfer 2005)

Wenn Lernen einen persönlichen Sinn ergibt und aus den gewonnenen Erfahrungen, Eindrücken und Selbstwerten ein Gesamtbild entsteht, ist der Bildungsprozess in Gang gesetzt.